Beißender Rauch in den Augen, deftigster Geruch in der Nase und das gewaltige Körperteil eines anderen Individuums in der Hand. Was sich wie ein schlechter Beginn eines Hardcore-Streifen anhört, gestaltete sich gestern ein großer Teil meines Tages. Ok, viele Frauen werden jetzt behaupten, dass sich ein großer Teil Ihres Lebens sich in diesen Sphären bewegt. Aber wie gesagt nur Frauen (Angehörige des Stammes “das ist gut so” mal ausgenommen) und nicht gestandene “Mannsbilder” wie ich!
Was sich anhört wie ein kurzer Besuch in einem Dark-rooms hat jedoch einen viel humaneren (wenn man das in diesem Zusammenhang so überhaupt schildern kann) Hintergrund. Ich hatte gestern nämlich die große Ehre unserem Hufschmied zur Hand gehen zu dürfen. Ein wahrlich majestätischer Auftrag. Fühlt man sich doch in der Nahrungskette zehn Stufen hochpoltern, wenn man das Bein eines Eintonners in der Hand hält und zur Maniküre führt. Den Olymp erklimmt man jedoch erst, wenn einem der vorzügliche Duft verbrannten Horns in die Nase steigt und man dumme Nichtraucher-Witze des Verursachers über sich ergehen lassen muss. - Was bei dem Pferd sichtlich weniger Kopfzerbrechen verursachte. - Aber lange Rede kurzer Sinn, ich habe gestern mal wieder kräftig an die Himmelstür geklopft und um Einlass gebeten.
Seit gestern verfolgen mich aus diesem Grunde zwei Fragen. Müssen andere Adelige, wie Prinz Harry oder Fürst Rempremerding ebenfalls solche Strapazen über sich ergehen lassen? Und vor allem, wer hätte diese dankbare Aufgabe wohl übernehmen müssen, wenn der Jüngste der Familie nicht aus dem fernen Hessen in die Heimat gereist wäre?